Jobsharing in Führungspositionen – Doppelspitze als Antwort auf den War for Talent

Führungskräfte werden knapp. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Flexibilität, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie an innovative Führungsmodelle. Eine Lösung, die immer mehr Aufmerksamkeit gewinnt, ist Jobsharing in Führungspositionen – die Doppelspitze. Doch funktioniert das in der Praxis wirklich? Und was bedeutet es für Unternehmen im Wettbewerb um Talente?

Warum klassische Führungsmodelle an Grenzen stoßen

In vielen Branchen wird es immer schwieriger, erfahrene Führungskräfte zu finden und langfristig zu halten. Gründe dafür sind:

  • Fachkräftemangel: Der Markt ist leergefegt, qualifizierte Führungstalente sind heiß umkämpft
  • Work-Life-Balance: Viele Talente schrecken vor Führungsrollen zurück, weil diese oft mit Überlastung verbunden sind
  • Neue Arbeitsmodelle: Teilzeit, Remote-Work und flexible Arbeitszeiten sind Standard geworden 

Genau hier setzt Jobsharing an.

Was bedeutet Jobsharing in Führungspositionen?

Beim Jobsharing teilen sich zwei Führungskräfte eine Leitungsrolle und damit auch Verantwortung, Aufgaben und Entscheidungsmacht.
Anders als bei einer klassischen Stellenteilung („Teilzeitführung“) bringt das Modell Vorteile:

  • Breitere Kompetenzbasis: Zwei Führungskräfte vereinen unterschiedliche Stärken und Erfahrungen
  • Kontinuität & Verfügbarkeit: Während eine Person abwesend ist, bleibt die andere ansprechbar
  • Attraktivität für Talente: Besonders für hochqualifizierte Fachkräfte, die Teilzeit arbeiten möchten, wird Führung so möglich

Vorteile von Jobsharing für Unternehmen

  • Bessere Nachfolgeplanung: Doppelspitzen verringern das Risiko, wenn eine Führungskraft ausfällt
  • Innovativ & modern: Unternehmen zeigen, dass sie bereit sind, neue Arbeitsformen zu leben
  • Employer Branding: Ein klares Signal an Talente, dass Führung auch flexibel möglich ist
  • Mehr Kreativität & bessere Entscheidungen: Unterschiedliche Perspektiven führen zu besseren Lösungen

Herausforderungen und Stolpersteine

Natürlich bringt das Modell auch Herausforderungen mit sich:

  • Abstimmungsbedarf: Jobsharer:innen müssen eng und transparent kommunizieren
  • Klare Verantwortlichkeiten: Teams brauchen Klarheit, wer in welchem Bereich entscheidet
  • Unternehmenskultur: Nicht jede Organisation ist bereit für „geteilte Macht“

Unternehmen sollten daher Pilotprojekte starten und Jobsharing zunächst in ausgewählten Bereichen testen.

Best Practices für erfolgreiche Doppelspitzen

  1. Richtige Paare finden: Jobsharing funktioniert nur, wenn die Persönlichkeiten und Arbeitsstile harmonieren
  2. Transparente Kommunikation: Regelmäßige Abstimmung und gemeinsame Präsenzzeiten sind Pflicht
  3. Unterstützung durch HR: Klare Guidelines und Prozesse erleichtern die Umsetzung
  4. Team einbinden: Mitarbeitende sollten verstehen, wie Entscheidungen getroffen werden

Fazit: Jobsharing ist mehr als ein Trend

Jobsharing in Führungspositionen kann ein echter Wettbewerbsvorteil sein, gerade im War for Talent. Unternehmen gewinnen Zugang zu Talenten, die sonst keine Führungsrolle übernehmen würden, und stärken gleichzeitig ihre Attraktivität als moderner Arbeitgeber.

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